Am 26. Mai 1803 beziehen ca. 17.000 französische Soldaten unter
ihrem Kaiser Napoleon ihrQuartier in der Grafschaft Bentheim.
Dieser Landkreis befindet sich im Nordwesten von Deutschland
direkt an der niederländischen Grenze. Die französische Vorherrschaft
erlebt im Jahre 1813 ihren Wendepunkt, als nach der Völkerschlacht
von Leipzig der Rückzug Napoleons nach Frankreich beginnt.
Vom 08. bis 12. November 1813 müssen noch flüchtende französische
Einheiten in der Niedergrafschaft beherbergt und verpflegt werden.
Danach ziehen sich die letzten Franzosen über Laar und Eschebrügge
auf die Festung Coevorden (Niederlande) zurück.
Am 27. November 1813 beschließt König Georg III., König des
Vereinigten
Reiches Großbritannien und Irland, Kurfürst zu Hannover, in einem„Spezialbefehl“ die Errichtung einer allgemeinen Landwehr in deutschen
Landen. Die Landwehr-Bataillone sollen zur Befreiung des Vaterlandes
und zur Erkämpfung eines ehrenvollen und dauerhaften Friedens
unverzüglich errichtet und organisiert werden.
Im März 1814 sollen Kollekten in allen Kirchen der Grafschaft Bentheim
die Geldmittel zur Anfertigung von 600 Uniformen erbringen.
Capitain Carl Friedrich Peithmann aus Bückeburg wird mit 52 Jahren
Kompaniechef der größten und IV. Kompanie, dessen Garnisonsort
Uelsen ist. Am 15. August 1814 bricht das Bentheimer Landwehrbataillon
mit 600 Soldaten über Enschede und Herthogenbosch zum Garnisonsdienst
nach Flandern auf. Hinsichtlich der noch unklaren militärischen Verwendung
(Großbritanniens Teilnahme am zweiten amerikanischen Unabhängigkeitskrieg)
desertieren innerhalb von acht Tagen 170 Mann. Nachdem sie von
Ortsvorstehern und Bürgermeistern beruhigt werden, kehrt die Mehrzahl
erneut zu ihren Einheiten zurück. Nach dem Garnisonsdienst in Gent
vom 29.08.1814 bis 23.03.1815 folgt eine Verlegung des Bentheimer
Landwehrbataillons nach Brügge.
Inzwischen wird der nach Elba verbannte Franzosenkaiser Napoleon
wieder jubelnd in Paris aufgenommen. Am 07. April 1815 vollzieht das
Bataillon einen Stellungswechsel nach Ostende. Anfang Mai 1815
bezieht es einen Verfügungsraum bei Brüssel, wo seit dem 06. Mai 1815
zahlreiche Exerzierdienste und Marschübungen auf dem Programm stehen.
Während dieser Zeit untersteht das Bentheimer Landwehrbataillon direkt
dem II. Englischen Armeekorps mit Generalleutnant Sir Coleville.
Am 15.06.1815 wird das Bentheimer Landwehrbataillon als Flankenschutz
südlich von Brüssel eingesetzt. Die Schrecken der Schlacht von Waterloo
am 18. Juni 1815 bleiben dem Bataillon somit erspart.
Am 21.06.1815 marschieren die Grafschafter Kompanien entlang der Stadt
Mons über die Grenze zur französischen Stadt Baray. Die von den Franzosen
besetzte Festung Cambray wird gestürmt – die Hauptwache und zwei
weitere
Tore der Festung werden besetzt. Vier Tage später marschiert das Bataillon
weiter nach Paris.
04. Juli 1815: Nach der Kapitulation der Franzosen unter Kaiser Napoleon
erreichen die Armeen Preussens und Großbritannien am 07. Juli 1815 als
stolze Sieger Paris.
Am 24 Juli 1815 kommt es zur großen Siegesfeier in Paris mit der
Paradeabnahme der englisch-hannoverschen Armee durch den Zar
von Russland, Kaiser von Österreich, König von Preussen und Herzog
von Wellington.
Am 18.01.1816 kehrt das Bentheimer Landwehrbataillon in die Heimat zurück.
49 Soldaten sterben an Krankheiten wie Ruhr, Nervenfieber, Blattern.
Die IV. Kompanie wird zunächst in Gildehaus untergebracht.
Eine letzte Parade vor dem Bataillonskommandeur Major Croupp folgt
am 20.01.1815 in Bentheim. Am Sonntag danach bezieht auch die
IV. Kompanie wieder ihren Garnisonsort Uelsen. Die Mehrzahl der
Soldaten wird aus der Landwehr entlassen. Die Einheiten werden
bis auf 20 Mann pro Kompanie reduziert.
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